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Rollrasen / Fertigrasen verlegen

Fertigrasen1Es ist schon beeindruckend:

Gestern noch war da ein verkommener Grünstreifen, verunkrautet, fahlgrün und gelegentlich ein paar Gräser dazwischen – den Namen RASEN verdiente er nicht.

Heute ein grüner Teppich mit dichter, sattgrüner Narbe – von Jedem bestaunt. So schnell geht das mit dem Fertigrasen.

Sie haben sich für Rollrasen entschieden? Dann lassen Sie uns loslegen.

 

Wo kaufen?

Der Billigste ist nicht der Günstigste! Gelegentlich wird Dünnbett-Rasen angeboten, um Transportgewicht zu sparen. Im Hochsommer ist das besonders riskant. Also, ich lasse die Finger davon!

Nachher, Fertigrasen nach 3 Tagen

Nachher: Fertigrasen nach 3 Tagen

Die meisten Rasenbetriebe haben sehr informative Webseiten. Falls Sie da keine Zusammensetzung der Mischung finden oder zumindest einen Hinweis auf eine Entsprechung zu einer bestimmten Regelsaatgutmischung (RSM), fragen Sie nach. Auch hier gilt: Kauf von Rollrasen ist Vertrauenssache. Webseiten können viel erzählen, ein Plausch mit Nachbarn oder Bekannten über ihre Bezugsquelle ist zwar nicht repräsentativ, aber immerhin was Handfestes.
Gehen wir davon aus, dass Ihnen Betriebe aus der Region bekannt sind und Sie sich vor Ort vom Service und der Qualität überzeugen können. Dann geht es im Wesentlichen ja nur um die Frage: Versandrasen oder aus der Umgebung?

Versendet wird natürlich jeder Rasen, wenn der Rasenbauer nicht zufällig Ihr Nachbar ist (es sei denn, Sie wollen Ihn ärgern…). Aber wenn ich von Versand spreche, dann meine ich Transportstrecken von 200 oder 5oo km. Da wird der Transport schon tüchtig zu Buche schlagen. Wenn der Produzent überregional mithalten will, muss er mindestens genauso tüchtig an der Preisschraube nach unten drehen, sonst wäre er ja zu teuer. Manchen Billiganbietern mag das auch bei guter Qualität noch gelingen, aber längst nicht jedem.

 

Versandrasen

Das Problem beim Versandrasen ist der Versand. Haha! Das ist gar nicht so lustig. Die haben manchmal richtig Ärger. Sie ernten schon in der Nacht und bemühen sich um eine pünktliche Verladung und dann hängt der LKW irgendwo im Stau – bei 30 Grad im Schatten- vermutlich ist er aber eher in der Sonne…
Am nächsten Abend kommt er dann endlich an, wo doch ausdrücklich „spätestens 14 Uhr“ vereinbart war. Sie haben gerade die Füße hochgelegt. Wie die Geschichte weiter geht, überlasse ich Ihrer Phantasie. Rollrasen soll binnen 24 Stunden nach der Ernte verlegt sein, sonst kann er Schaden nehmen. An heißen Tagen am selben Tag! Jedenfalls ist das meine Devise, oder ich warte gleich auf günstigere Witterung.

Ich habe den Versandrasen jetzt ziemlich mies gemacht. Das hat er gar nicht verdient, wenn die Qualität stimmt. Ich möchte Sie nur auf das Risiko des Versands hinweisen. Passen Sie eine günstige Witterung ab und vereinbaren Sie verbindliche Lieferzeiten (auch Uhrzeiten), dann kann das durchaus gut gehen. Es gibt viele Profis, die richtig große Flächen mit Rollrasen belegen. Da kommen die LKWs „just in time“ und müssen keine 10 Kunden anfahren.

 

Vom Rasenbetrieb aus der Umgebung

IMGP7487Bei mir läuft es so: Ich bestelle meinen Rasen bei einem meiner Hauptlieferanten in der Nähe. Habe ich einen Auftrag in größerer Entfernung als 100 km, suche ich mir einen Lieferanten dort aus der Region. Ich bestelle 2-3 Tage vor dem gewünschten Verlegetermin. In Saisonzeiten (im Frühjahr) brauchen die Produzenten manchmal mehr Zeit – nicht wegen der Ernte, sondern wegen der Transportkapazität.

In der Regel wird der Rasen in den frühen Morgenstunden frisch geschält und ist bis 10 Uhr auf der Baustelle. Das klappt nicht immer, weil jeder der Erste sein will. Wichtig ist mir, dass ich den Rasen an dem Tag noch verarbeiten kann. Wenn die Sonne nicht den ganzen Tag draufbrennt, kann ich einen Rest auch mal am nächsten Morgen verlegen; da geht die Welt nicht unter. Sicher kann auch einem LKW im Regionalverkehr mal was dazwischen kommen, aber da kann man sich meist leichter behelfen.

Ach ja, denken Sie daran, etwas mehr zu bestellen? Bei 100 m2 würde ich 3-4 m2 mehr bestellen, bei sehr verwinkelten Flächen eher 5-6 m2 mehr.
Sie sind ausgeruht und voller Tatendrang, Ihr Opa und Ihr Nachbar sind als Helfer engagiert und nun warten Sie auf Ihren Rasen…
Meist wird er mit Hebebühne und Hubwagen abgeladen und bis dahin gebracht, wo man mit so schwerem Gerät noch fahren kann.

 

Lagerung

Decken Sie als erstes den Rollrasen mit einer Plane ab. Bitte nicht mit einer transparenten Folie. Die wirkt bei voller Sonne als Brennglas, sodass eine
große Hitze entstünde. Das würde er keine 2 Stunden überleben. Es soll noch Luft unter der Plane zirkulieren können, also vielleicht noch eine Kiste unter die Plane, damit sie nicht direkt auf dem Rasen aufliegt. Decken Sie auch bei trüber Witterung ab. Wind kann den Rasen schnell austrocknen. Denken Sie daran. Rasensoden sind lebende Pflanzen – schade, dass er nicht schreien kann, dann wüssten wir, was ihm nicht gefällt.

 

Verlegung

Sie beginnen im hinteren Teil des Rasens, damit Sie nicht den ganzen Tag darauf laufen müssen. Legen Sie möglichst an einer langen Geraden an, damit Sie nicht so viel anpassen brauchen. Rollen Sie die Soden genau neben der letzten Bahn aus. Sie ersparen sich dadurch viel Arbeit mit dem
Nachrichten. Dabei werden die Soden dicht an die vorherige Bahn angepasst. Heben Sie die Soden dabei leicht an, damit keine Erde zwischen die Bahnen kommt. Haben Sie die vorherige Bahn mal mit der neuen überlappt und ziehen sie wieder zurück, sind Gräser der vorherigen Bahn unter der neuen vergraben. Also, die vorherige Bahn ein wenig anheben, damit die Gräser wieder frei sind und die neue Bahn heran drücken.

Das klingt alles ziemlich kompliziert, geht aber nach der zehnten Bahn flott von der Hand. Bis ich den letzten Absatz hier beschrieben habe, hätte ich schon 5 Soden verlegt (das kann ich nämlich besser, als schreiben). Noch besser, als jede Beschreibung, sehen Sie es in diesem Video.

Rollrasen1Achten Sie darauf, dass sich keine Stöße kreuzen. Das erhöht die Stabilität am Anfang. Beginnen Sie mit einer ganzen Rolle und legen eine Bahn durch bis zum Ende. Den Rest, der von dieser Bahn übrig ist (mindestens 50cm), verwenden Sie für den Beginn der neuen Bahn. Haben Sie keinen Rest, teilen Sie eine Sode in der Mitte. Die nächste Bahn beginnt dann wieder mit einer ganzen Rolle usw.

Meist verlege ich 2 oder 3 Bahnen gleichzeitig. Das hat den Vorteil, dass ich die Soden nicht so weit tragen bzw. die Schubkarre nicht immer wieder umsetzen muss. Vor Beginn von weiteren Bahnen fahre ich nochmal mit dem Rechen drüber, um Fußspuren oder Spuren der Schubkarre zu beseitigen.
Wem jetzt der Schweiß noch nicht läuft, der ist zu langsam. Es ist eine ziemliche Knochenarbeit, das Rollrasen verlegen. Kleine Flächen bis 100 qm können Sie bei vorbereitetem Boden auch alleine ganz gut schaffen. Aber es ist eine Schinderei, weil Sie sich immer wieder bücken müssen. Eigentlich eine recht abwechslungsreiche und gesunde Kraftgymnastik.

Ideal ist ein zwei- oder 3- Mann-Team. Einer karrt den Rasen heran, der zweite rollt aus und planiert die neue Bahn vor, der dritte passt die Bahn ein. Das hat den Vorteil, dass der, der die Bahn einpasst in der Hocke bleiben kann und nicht immer wieder hoch muss – eine große Erleichterung. Das funktioniert so nur, wenn immer nur eine Bahn verlegt wird. Aber, das merken Sie schnell. Opa sitzt mittlerweile schon im Schaukelstuhl und gibt Anweisungen. Da waren ́s nur noch zwei…

Noch was ganz Wichtiges: Mal über den Rasen laufen, ist nicht so schlimm. Mit der vollen Schubkarre drüber fahren, ist nicht! Jedenfalls nicht ohne schützende Holzbohlen. Und wenn Sie sich auf den Rasen knien, ist das eine schweeere Sünde. Ihre Knie sind nämlich spitzer als sie denken und Sie hinterlassen deutliche Beulen im Rasen. Also legen Sie sich Schaltafeln auf den verlegten Rasen oder bleiben Sie auf den Füßen.

An Böschungen verlegen Sie von unten nach oben. So haben Sie es leicht, die nächste Bahn anzulegen. Sie wird der Schwerkraft folgen und sich fast von selbst an die letzte Bahn anschmiegen. Anderenfalls bekommen Sie große Fugen, das können Sie kaum verhindern. Kleine, arbeitsaufwändige Ecken und Winkel haben Sie erst mal liegen lassen. Jetzt, wo fast die ganze Fläche verlegt ist, passen Sie die Ecken und Seitenstreifen mit den ganzen Reststücken ein, die immer anfallen. Das Einpassen geht sehr einfach:

Zum Schneiden verwenden Sie ein stabiles Messer. Kleine Ecken und Rundungen legen Sie an die vorherigen Bahnen an und schneiden den Überstand ab. Zum Schluss gehen Sie nochmal außen herum und kontrollieren, dass Sie auch keine unliebsamen Ecken übersehen haben. Das passiert manchmal, wenn man fertig werden will.
Zwischendurch werden Sie immer mal wieder zweifeln, ob Sie auch wirklich richtig gerechnet haben. „Das reich doch nie“! Dann denken Sie wieder, das ist doch viel zu viel… Sie haben richtig gerechnet. Machen sie also ruhig weiter und haben Sie Vertrauen in ihre Mathematik.

Noch ein Hinweis für heiße Tage: Frei liegende Randbereiche, die einen ganzen Tag der Sonne ausgesetzt sind, trocknen so stark aus, dass sie schaden nehmen könnten. Meist sind es ja nur kleine Ecken. Sie können die Ränder der Soden einfach mit ein wenig Erde anhäufeln, sodass die Wurzeln vor Sonne und Wind geschützt sind. Später planieren Sie die Erde von Hand wieder. Das ist eine Kleinigkeit und tut dem Rasen gut.

 

Walzen

IMGP0641Zum Walzen melde ich mich freiwillig. Das ist eine Wohltat nach der Schinderei. Außerdem brauche ich dabei nichts denken. Naja – fast nichts. Walzen Sie möglichst nicht parallel zu den Bahnen. Die Walze kann die Bahnen geringfügig verschieben und das Risiko ist minimiert, wenn Sie in schrägem Winkel bzw. diagonal zu den Bahnen walzen.
Wenn Sie diagonal walzen, haben Sie keine Anhaltspunkte, wo die letzte, gewalzte Spur ist. So vergisst man auch mal einen Streifen und das kann dazu führen, dass der Rasen am nächsten Tag, bei großer Hitze, vertrocknet. Also aufpassen! Dass die Walze mit Wasser gefüllt sein soll, hatte ich weiter oben schon erwähnt, das gilt auch hier. Bei Böschungen und leichten Hängen walzen Sie wieder von oben nach unten, um die Rasensoden nicht zu verschieben.

 

Beregnen

IMGP2138Noch am Abend der Verlegung wird der Rasen beregnet. Darauf bestehe ich! Die Rasensoden haben jede Menge Stress hinter sich: Das Abschälen und Aufsetzen, der Versand und das Gegrapsche beim Verlegen. Dann auch noch der Wind und die Sonne, wo doch die Wurzeln noch gar kein Wasser aufnehmen können.
Jetzt eine ausgiebige Dusche – Ahhhh! Glauben Sie mir, darauf hat sich der neue Rasen schon den ganzen Tag gefreut. Falls Sie wirklich nicht ganz fertig geworden sind mit dem Verlegen, beregnen Sie etwas sparsamer. Schließlich müssen Sie am nächsten Morgen wieder darauf arbeiten. Bei schwerem Boden kann das ein Problem sein, also vielleicht nur 10 Minuten beregnen. Bei sandigen Böden dürfen es ruhig 20 Minuten sein. Aber ich gehe davon aus, dass alles fertig ist und deshalb gönnen Sie Ihrem neuen Rasen jetzt richtig Wasser. Schließlich ist der Boden durchgetrocknet. Wie lange?
Es kommt natürlich auf Ihren Wasserdruck an und darauf, wie Ihre Regner eingestellt sind. Deshalb ist schwer zu sagen, wie lange Sie beregnen sollen. Aus dem Bauch heraus sage ich 1-2 Stunden. Besser ist es, wie bei der Aussaat beschrieben, einen Regenmesser aufzustellen. So haben Sie eine Kontrolle, wie viel mm Wasser der Rasen bekommen hat.

Je nach Bodenart und Grundfeuchte sollten es ca. 10-40mm sein und zwar morgens und abends. Solange bis der Boden bis in 10cm Tiefe ausreichend feucht ist. Nehmen Sie auch hier sicherheitshalber eine Probe. Wir haben das bei der Aussaat ja schon besprochen. Achtung! Feuchte Böden sind weniger belastbar. Sie sinken ein, wenn Sie darüber laufen – und hinterlassen Spuren. Schwere Böden werden besonders weich. Also Vorsicht, wenn Sie zum Regner einstellen den feuchten Rasen betreten müssen.

Freuen können Sie sich schon über ihren Rasen, benutzen aber noch nicht. Das Schöne am Rollrasen ist, dass er sofort gut aussieht und Sie ihn nach 3 Wochen voll belasten können. Lassen Sie ihm Zeit zum Anwachsen. Das wird ca. 2-3 Wochen dauern. So lange halten Sie ihn immer gut feucht.

Am Tag der Verlegung sieht der Rasen noch etwas mitgenommen aus – ist ja verständlich. Aber schon 2 Tage später wird er aussehen, als wäre er schon immer hier gewachsen. Der erste Schnitt erfolgt nach frühestens einer Woche. Ideale Höhe für den ersten Schnitt sind 6-8cm. Auch hier gilt, generell nicht mehr als ein Drittel kürzen. Bei 6cm Wuchshöhe stellen Sie den Rasenmäher (scharf müssen die Messer sein) auf 4cm Schnitthöhe ein. Im
Hochsommer bzw. bei Hitzeperioden lieber höher mähen!

Sie haben es geschafft! Wie es weiter geht, erfahren sie unter „Rasen-Pflege„.

Besinnung unter Segeln – Tagebuch einer Atlantiküberquerung

Das Buch ist erschienen: Hardcover, 292 Seiten, 19,95 €
Spannung - Tiefgang - Reflexion.
Buchbeschreibung und Leseproben finden Sie hier.

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