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Rasensanierung / Rasen erneuern - ohne Umbruch

Voraussetzungen

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Vor der Rasensanierung

Ein optimaler Boden ist die wichtigste Voraussetzung für einen guten Rasen – gleich, ob es um Neuanlage oder Sanierung geht. Die Bodenverhältnisse müssen stimmen. Wenn die Ursache für einen mangelhaften Rasen im Boden liegt, macht es keinen Sinn, zu sanieren.
Übrigens macht es dann auch keinen Sinn, auf solche Flächen Fertigrasen zu legen – es wäre schade um das Geld!
Bei einer Rasensanierung können Sie nur sehr begrenzt Bodenkorrekturen vornehmen. Deshalb müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

 

Durchlässiger Boden

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6 Wochen nach der Rasensanierung

Besonders bei schweren Lehm- und Tonböden sehe ich eine Sanierung ohne Umbruch eher skeptisch. Maximal 5mm Sand und 10 mm Komposterde können Sie auftragen, ohne die alte Grasnarbe zu begraben. Das reicht aber bei weitem nicht aus, um bei besonders schweren Böden eine gute Durchlüftung zu erreichen. Ideal ist ein leichter, sandiger Lehmboden.
Wasserabzug. Haben Sie auf der alten Rasenfläche Pfützen oder Staunässe, also Stellen, wo das Wasser länger steht oder die extrem schlecht abtrocknen? Hier ist zu entscheiden, ob der Rasen punktuell umgearbeitet und der Boden durch massive Sandbeimischung verbessert wird oder eine Drainage zu legen ist.
Der Boden muss tiefgründig sein. Es darf keine Sperrschichten durch Verdichtung oder Tonadern geben. Gegebenenfalls sind solche Sperrschichten zu durchbrechen. In hartnäckigen Fällen bohren Sie ein 1m tiefes Loch mit einem Durchmesser von ca. 20cm und verfüllen es mit Kies. Die oberen 30cm mit leichtem Boden.

Feldmausschaden-frei-GerhardElsnerBei Schäden durch extrem hohen Besatz von Wühlmaus und Maulwurf gilt das Gleiche. Vor der Sanierung bekämpfen Sie die Wühlmäuse und vergrämen die Maulwürfe. Den Wühlern ist es nämlich einerlei, ob sie ihr Werk in einer alten Wiese oder einem frisch sanierten Rasen vollbringen. Durch die Bearbeitung der Fläche werden sie möglicherweise für ein paar Tage vertrieben. Aber sie würden sehr bald wieder kommen.

„Ebene Fläche“ heißt nicht, dass die Fläche keine Neigung haben darf, im Gegenteil. Ein bewegtes Gelände ist lebendiger. Sind aber grobe Unebenheiten z.B. durch Setzungen entstanden, dann spricht das eher für eine Neuanlage als für eine Sanierung, es sei denn, diese Setzungen sind nur punktuell und auch so auszugleichen.
Beim Auffüllen von Bodensetzungen mit fremdem Oberboden bedenken Sie, dass man solche Stellen später im Rasen meist erkennen kann. Hat der neue Boden eine wesentlich andere physikalische Struktur als der Bestehende, wird er den Dünger unterschiedlich aufschließen. Auch die Gräser werden sich unterschiedlich entwickeln. Deshalb ist es wichtig, beim Füllboden auf eine ähnliche Bodenstruktur zu achten.

 

Kräuterbekämpfung

Bei richtig hartnäckigem Kräuterbewuchs -besonders bei Wurzelkräutern – reicht das abschälen nicht aus. Selbst bei intensiver Pflege wären die unerwünschten Kräuter nur sehr mühsam und langwierig zurück zu drängen.
In solchen Fällen halte ich den Einsatz eines systemischen Totalherbizids für vertretbar. Ab April sind diese Präparate anzuwenden. 3-4 Wochen nach erfolgreicher Behandlung können Sie die Rasensanierung durchführen.

 

Rasensanierung

Nachdem die Voraussetzungen bzw. die Vorarbeiten erledigt sind, beginnen Sie mit der Sanierung. Achten Sie darauf, dass die Rasenfläche gut abgetrocknet ist. Das erleichtert Ihnen die Arbeit wesentlich. Während der Arbeiten muss es natürlich auch trocken sein – aber Sie würden schon merken, wenn die Erde an den Schuhen klebt und der Grassamen an der Walze…

 

Bodenverbesserungsmittel aufbringen

IMGP1485Die Reihenfolge der beiden ersten Arbeiten hängt vom Einzelfall ab. Sinnvoll ist normalerweise, die Fläche zuerst zu vertikutieren und danach zu düngen. Oft sind jedoch noch Bodenverbesserungsmittel aufzubringen. Geht es nur um 1-2mm Sand und 2-3 Liter Komposterde, empfehle ich, zu vertikutieren und anschließend die Bodenhilfsstoffe sowie den Dünger zu verteilen und anschließend mit dem Rechen einzuharken. Bei insgesamt 4-5mm Auflage ist das recht einfach.
Rasenflächen, denen über viele Jahre organische Substanz entzogen wurde, beleben Sie mit einer Kompostgabe von 10 Litern je qm (1cm starke Auflage). Der Kompost wird das Bodenleben aktivieren und dem Rasen regelrecht einen Wachstumsschub geben. Bei schweren Böden bringen Sie nötigenfalls noch Sand auf. Bis zu 3mm stark, also max. 3 Liter/qm. Mehr Sandauftrag müssten Sie einarbeiten, damit den Boden umbrechen, planieren und den Rasen neu anlegen.
Tragen Sie – wie oben beschrieben – die maximal mögliche Menge auf (die noch ohne Umbruch zu verarbeiten ist), also z.B. 10 Liter Kompost und 3 Liter Sand je qm, dann werden die Bodenverbesserer nicht ohne weiteres die Hohlräume füllen, die der Vertikutierer aufgeschnitten hat. In diesem Fall würde ich Kompost und Sand zuerst verteilen und anschließend mit einem besonders starken Vertikutierer so tief einarbeiten wie nur möglich, das sind in der Regel 15-20 mm.

 

Gründlich vertikutieren, dann düngen

IMGP1455Wenn ich von „gründlich vertikutieren“ spreche, dann hat das nicht mit der sonst üblichen Arbeitstiefe von 3-5mm zu tun. Bei einer Rasensanierung geht es darum, die Grasnarbe aufzubrechen und Platz zu schaffen für die Neuansaat. Das ist umso wichtiger bei starkem Auftrag von Bodenverbesserungsstoffen wie Sand oder Komposterde, damit sich der Auftrag mit dem Boden auch wirklich verbindet und eine homogene Einheit wird. Konkret heißt das: Mit maximaler Arbeitstiefe mindestens in zwei Arbeitsgängen kreuz und quer vertikutieren. Es versteht sich, dass die üblichen, leichten Vertikutierer für diesen Einsatz zu schwach motorisiert und nicht robust genug gebaut sind. Für
solche Einsätze sollten sie sich Profi-Geräte leihen.
Anschließend harken Sie die losen Pflanzenteile mit einem Grasrechen sorgfältig ab. Vermutlich wird nicht sehr viel übrig bleiben. Falls es nötig ist, können Sie im Anschluss kleine Unebenheiten ausgleichen.
Zur Grunddüngung verwenden Sie einen phosphorbetonten Dünger, im Handel allgemein als Starter-Dünger angeboten. Meist werden ca. 30g je qm gestreut. Die genaue Aufwandmenge entnehmen sie dem jeweiligen Packungsaufdruck.

 

Einsaat

Der Handel bietet spezielle Nachsaatmischungen an. Diese sind so vielfältig wie normale Mischungen und beinhalten stärker die Grasarten, die am ehesten aufgeben. Sind vornehmlich feine Gräser wie Wiesenrispen- oder Strausgrasarten in der Mischung vertreten, können sie erheblich teurer sein als gewöhnliche Saatmischungen für die Neuansaat.
Ich verwende im Allgemeinen die gleiche Mischung wie für Neuanlagen. Zum einen sind sie wirtschaftlicher, zum anderen kann ich Restmengen aufheben und später auch für andere Flächen wiederverwenden.
Die Einsaat habe ich ja schon beschrieben.  Hier gehe ich auf Besonderheiten der Nachsaat ein.
Nach der Einsaat arbeiten Sie den Samen mit dem Rechen ein und Walzen die Fläche. Eine durchdringende Bewässerung in den ersten Tagen ist auch hier entscheidend für den Erfolg.
Die günstigste Zeit für eine Rasensanierung ist – wie bei der Neuansaat – im Frühjahr und Frühherbst, jedenfalls nicht während Hitzeperioden im Hochsommer.

 

Wie lange braucht der Rasen?

Unter optimalen Bedingungen können Sie den Rasen nach einer Sanierung wesentlich früher nutzen, als nach einer Neuansaat. Das liegt daran, dass die vorhandenen Gräser sozusagen eine stabile „Vorhut“ bilden und die neu gekeimten Gräser im Schutze der „Großen“ wachsen können. Im Idealfall ist die sanierte Fläche nach 6-8 Wochen wieder nutzbar.

Viel Erfolg!

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