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Das Steinbeet - richtig angelegt

Steinbeet, Schotterbeet, Kiesbeet, Steingarten… was ist das?

IMGP1981-v7Die Abdeckung einer sporadisch bepflanzten Gartenfläche mit Schotter, Kies und anderen Steinen in Verbindung mit einem Wurzelvlies hat den Zweck, Unkraut zu verhindern und gut auszusehen. Es hat gar nichts mit einem “Steingarten” zu tun. Ein Steingarten hingegen ist eine Anlage, deren Boden durch Sand, Schotter und Geröll soweit abgemagert ist, dass Magerrasenflora und trockenheitsresistente Gebirgspflanzen darin gedeihen.

Wozu ein Steinbeet?

Es ist „sauber“ und verhindert Unkraut. Das sind in aller Kürze die zwei Hauptgründe für den Siegeszug der Steinwüsten. Unter der Steinschüttung wird ein Wurzel hemmendes Vlies verlegt, das Unkräuter hindert, an die Oberfläche durch zu kommen. So spart man sich einige Pflegearbeit und hat immer ein sauberes Stück Garten. Auf die Pflege und die Nachteile des Steinbeetes komme ich später. Zunächst erfahren Sie, wie Sie so ein Steinbeet richtig anlegen.

Steinbeet richtig anlegen

Die Gestaltung

Grundsätzlich unterscheidet sich ein Steinbeet von einer offenen Gehölzfläche durch den spartanischen Bewuchs. Das Einzel-Exemplar, ein bizarr gewachsener, kleiner Baum, eine Gruppe Gräser oder zwei spartanische Solitärsträucher sollen zur Geltung kommen. Das tun sie aber nur, wenn Sie die Pflanzen sehr bewusst auswählen und geschickt platzieren.

Hier wachsen die Sträucher eben nicht zu einem geschlossenen Gehölzgürtel zusammen. Vielmehr liegt die Kunst in der Beschränkung. Weniger ist mehr! Das ist übrigens der häufigste Fehler bei der Anlage von Steinbeeten: Hier noch was, dort noch was und da ist auch noch zu leer. Und drei Jahre später …? Zugewuchert!

Das zweite Gestaltungselement ist die Geländemodellierung. Es muss nicht immer Topfeben sein. Eine weiche, harmonische Modellierung kann viel dynamischer wirken. Damit meine ich nicht, einfach so willkürlich einen Haufen Steine auf zu schütten. Oft ergeben sich solche Möglichkeiten der Modellierung aus dem natürlichen Geländeverlauf. Statt Palisaden zu setzen und die Höhe abzufangen, um eine Ebene zu bekommen, geht es viel einfacher, günstiger und interessanter: Ein einzelner Felsbrocken des gleichen Gesteins wie die Schüttung als Dominante, z.B. im oberen Drittel mit einer Felsenbirne kombiniert, im unteren Drittel ein kleinerer Gegenpol, umgarnt z.B. von einem japanischen Ahorn, die Steinschüttung – sonst nichts.

Als dritter Gestaltungsaspekt die Auswahl der Steine. Sie ist quasi unendlich. Verschiedenste Steinarten, Steinfarben, Körnungen, Kiese, Geröll oder Schotter… Schauen Sie nicht so viel beim Nachbarn und überall. Das führt den skurrilsten Ideen. Schauen Sie besser auf die unmittelbare Umgebung und beschränken sich auf ein Material: Wie ist das Haus veerputzt oder verklinkert, Welches Material ist an der Terrasse oder am Weg verwendet, wie ist die Stützmauer beschaffen, welches Gestein dominiert in unmittelbarer Nähe. Lassen Sie all das auf sich wirken und die richtige Wahl wird sich Ihnen aufdrängen.

Die Anleitung zum SteinbeetDSCN5245

Die 3-fache Körnung der Steinschüttung ist die Stärke der Schüttung. Bei einer Splittschüttung von z.B. 16/32mm tragen Sie also 9cm stark auf. Aber zunächst heben Sie die Fläche aus und planieren Sie, im Beispiel nun 9cm unter Fertighöhe.

Als Nächster Schritt folgen die Findlinge und Schließlich die Bepflanzung. Müssen die Findlinge nicht in der Erde Stabilisiert werden, können sie auch auf das Wurzelvlies.

DSCN5250Nun zum Wurzelvlies. Bahnen von 1m Breite sind leichter zu verlegen als ein Vlies von z.B. 3x5m. Es sei denn, Sie schneiden sehr großzügig Kreuzschnitte in das Vlies, um die Gehölze und Stauden nach dem Vlies ein zu pflanzen.

Bei Bahnvlies pflanzen Sie vorher und machen passende Schnitte in die Bahnen, sodass sie ganz einfach um die Pflanzen herum arbeiten. An den Schnitten legen Sie einen mind.20cm breiten Streifen darüber.

Die Überlappung der Bahnen sollte ebenfalls mindestens 10cm bDSCN5249etragen. Fixieren Sie die Bahnen immer gleich mit einer Schaufel von Steinen, bevor Sie mit der nächsten Bahn weiter arbeiten.

An den Rändern schneiden Sie das Vlies ca. 5cm größer ab und schlagen Sie es nach oben. Denn hier kommen am ehesten Unkräuter durch.

Ist die Folie fertig ausgelegt, dann tragen Sie die Steinschüttung auf. Endlich sieht man, dass es vorwärts geht – Fertig!

 

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Die Pflege

Das neu angelegte Steinbeet sieht gut aus, bleibt aber nicht so. Es gibt einige Faktoren, die Ihnen die Freude am Steinbeet schmälern können:

Algen: Besonders in Schattenlagen, die langsamer abtrocknen, bilden sich verstärkt Algen. Sie sind bei hellen Steinen auffälliger, als bei dunklen und lassen das Beet ungepflegt erscheinen.

Laub: Ein Steinbeet mit üppigem Bewuchs erfordert einen höheren Pflegeaufwand, weil die Pflanzen Blätter, Blüten oder Fruchtstände auf den Steinen hinterlassen. Besonders gilt das für Steinbeete unter oder in der Nähe von Bäumen.

DSCN2535Das Laub ist regelmäßig zu entfernen, möglichst, bevor es nass wird.Trockenes Laub lässt sich mit einem Laubsauger leicht absaugen oder wegblasen. Sobald es nass wird, haftet es zu stark an den Steinen. Dann wird es mühsam, das Steinbeet zu säubern.

Nach einigen Jahren sehen Steinbeete oft ungepflegt aus, weil man den Pflegeaufwand unterschätzt hat (rechts): Das Steinbeet unter Bäumen wurde einige Jahre nur oberflächlich vom Laub befreit. Das Laub verrottet, wir zu bester Erde und erste Unkräuter keimen. Nach 10 Jahren ist es als Steinbeet nicht mehr zu erkennen. Es muss neu angelegt werden.

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